Patienten

Ursachen

Was in manchem Film angesichts der Ohnmacht junger Damen noch romantisch anmutet, ist biologisch betrachtet weniger aufregend: Zu einer Ohnmacht kommt es, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Dies kann völlig überraschend „wie der Blitz” aus heiterem Himmel passieren, oder sich durch typische Anzeichen (z.B. Schwindelgefühl, Orientierungsverlust) ankündigen.

Solch ein Ereignis tritt einmalig oder mehrfach, regelmäßig oder in verschiedenen Abständen auf. Und nur selten hat es mit bewegenden Momenten des Lebens zu tun.

Die Ursachen für eine kurzzeitige Unterversorgung des Gehirns mit Ohnmachtsfolge sind vielfältig und können unterschiedlichster Natur sein. Üblich ist eine Einteilung aller Fälle in vier Gruppen:

 

 Neurologische Störungen – 11% der Fälle: z. B. Erkrankungen des Nervensystems.

 Sonstige Ursachen – 21% der Fälle: z.B. Unterzuckerung, Hyperventilation, Stoffwechselentgleisungen oder Sauerstoffmangel.

 Störungen des Herz-Kreislauf- Systems – 33% der Fälle: z.B. gestörte Kreislaufregulation, Herzrhythmusstörungen.

 Ungeklärte Ursachen – ca. 35%.

 

Viele dieser Ursachen sind eher harmlos, einige können jedoch lebensbedrohlich sein. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Sie nach einem Ohnmachtsanfall Ihren Arzt aufsuchen, damit diese/dieser die notwendigen diagnostischen Schritte zur Klärung einleiten kann.

Gibt es Hinweise auf Ursachen außerhalb seines Fachbereiches, wird er Sie an andere Spezialisten (Neurologe, Hals- Nasen-Ohren-Arzt, Psychologe, Kardiologe) überweisen.

 

Die vom Herzen verursachten (in der Fachsprache: kardialen) Synkopen können lebensbedrohlich sein. Eine der häufigsten kardialen Ursachen ist ein abnormer Herzrhythmus (auch als Arrhythmie oder Herzrhythmusstörung bezeichnet). Dabei schlägt das Herz zu langsam, zu schnell oder zu unregelmäßig, um ausreichend Blut zu den wichtigsten Organen zu pumpen, insbesondere zum Gehirn.

 

Einige neurologische Erkrankungen, Stress, zu plötzliches Aufstehen oder ein zu warmes Zimmer sind andere Auslöser von Ohnmachtsanfällen.

Nicht zuletzt aufgrund solch verschiedenartiger Gründe sind die eigentlichen Ursachen schwer zu ermitteln.

 

Gesundheitliche Risiken

Bei wiederholt auftretenden Synkopen reichen die gesundheitlichen Risiken von relativ gering bis schwerwiegend. Verletzungen sind dabei nicht selten. Da Synkopen häufig ohne Warnzeichen auftreten, besteht immer die Gefahr eines Sturzes oder anderen Unfällen.

Unter Umständen werden Betroffene arbeitsunfähig, geraten in soziale Isolation, leiden unter Angstzuständen oder Depressionen.

Sind Herzrhythmusstörungen verantwortlich für die Bewusstlosigkeit, kann dies sogar lebensgefährlich sein.

 

Warum bleiben die Ursachen einer Synkope manchmal ungeklärt?

Die eigentlichen Auslöser für Ohnmachten sind manchmal schwer herauszufinden, denn bei vielen Patienten treten Synkopen zwar wiederholt, aber dennoch unregelmäßig und in großen zeitlichen Abständen auf – und vor allem nicht unbedingt dann, wenn sie sich gerade beim Arzt befinden.

Bei etwa 50.000 Patienten wird der Auslöser auch nach vielen Tests nicht gefunden.

Herzrhythmusstörungen – als mögliche Ursache – lassen sich am sichersten diagnostizieren, wenn das Herz während eines Ohnmachtsanfalls überwacht und ein EKG aufgezeichnet wird. Bei sehr selten auftretenden Synkopen ist dies allerdings ein mit Geduld verbundener Prozess. Neue diagnostische Methoden können hierbei hilfreich sein.

 

Synkope (med.; umgangssprachlich auch als Kreislaufkollaps bezeichnet) ist eine plötzlich einsetzende, kurz andauernde Bewusstlosigkeit.